16. Januar: Ökumenisch ambulantes Hospiz Rheine zu Gast bei Jakobi

Am vergangenen Mittwoch hatte der Diakonieausschuss der Ev. Jakobi-Gemeinde die Hospiz-Koordinatorin vom ökumenisch ambulanten Hospiz Rheine zu Gast. Frau Anna Zeitler-Schlöder, die seit nunmehr 14 Jahren als Ansprechpartnerin, Koordinatorin und Trauerbegleiterin in Rheine für das ökumenisch ambulante Hospiz tätig ist, berichtete von Ihrer Arbeit.

Seit 1994 engagieren sich ehrenamtliche Frauen und Männer, beim Start noch ohne finanzielle Unterstützung staatlicher Stellen, in Privatwohnungen, im Krankenhaus, auf Palliativstationen und in Altersheimen für die Begleitung schwerstkranker Menschen.

Alle Ehrenamtliche werden auf diesen Dienst vorbereitet (heute gesetzlich vorgeschrieben) in Einführungskursen, die 75 Stunden umfassen und in einem Zeitraum von ca. 9 Monaten durchgeführt werden. Dabei geht es um die eigene  Auseinandersetzung mit der Situation, über Stärken und Schwächen, die eigenen Grenzen, über Vorsorgevollmacht und über die Fragen, die sich im Gespräch mit den Sterbenden ergeben können und die Antworten,  die die Ehrenamtlichen darauf geben können oder wollen. Erst am Ende der Schulung können die Teilnehmer entscheiden, ob sie mitarbeiten wollen.  Frau Zeitler-Schlöder begleitet die Kurse neben unterschiedlichen Referenten, um abzusichern, dass die Teilnehmer sich nicht selbst überfordern bei der sensiblen Arbeit im Grenzbereich von Leben und Tod.

Rund 40 Ehrenamtliche aus vielen  Berufszweigen und unterschiedlichen Alters (allerdings kaum unter 40-Jährige), darunter  nur drei Männer, sind aktuell je nach ihren Lebensumständen mit unterschiedlicher Stundenzahl  im Einsatz, sei es, um die Einsamkeit alter Menschen zu lindern, die Angehörigen für einige Stunden bei der Wache zu entlasten oder mit den Sterbenden auf ihre Erinnerung an ihr Leben einzugehen. Es ist ein Dienst der „Nächstenliebe“. Die Trauerbegleitgruppe des ökumenisch ambulanten Hospizes betreut auf Wunsch nach dem Tod eines Angehörigen die Trauernden. Vor 14 Jahren gegründet,  bietet das Trauercafé im Basilika-Forum in der Osnabrücker Straße 34 einmal im Monat Gespräche zur Trauerverarbeitung an.

Seit der Gründung vor 25 Jahren ist das Tabu, über Sterben und Tod zu sprechen, in unserer Gesellschaft aufgelockert worden und die Hospizbewegung in der Öffentlichkeit angekommen. Sie erhält inzwischen auch staatliche Förderung, womit ein Teil der Bezahlung von Hauptamtlichen und der Fortbildung von Ehrenamtlichen unterstützt wird. Ohne Spenden wäre aber eine so umfassende Ausbildung und Betreuung nicht möglich.

Einen kleinen Beitrag für die Arbeit des ökumenisch ambulanten Hospizes Rheine wollte auch die Jakobi-Gemeinde leisten. So konnten die  Vorsitzende des Fachausschusses für Diakonie, Hannelore  Laukemper und Pfarrer Jürgen Rick am Ende des Gespräches einer völlig überraschten Anna  Zeitler-Schlöder einen Scheck über 500 € für die Fortbildungsaufgaben des ökumenisch ambulanten Hospizes Rheine übergeben.